Stammbaum, öffentliche Version


Karl Wilhelm HERMANN Bünemann [Eltern] [Bild] wurde am 20. Januar 1883 in Havanna/Cuba geboren. Er erhielt am 1. März 1885 in Hamburg, St.Gertrud-Kirche die Kleinkindtaufe. Er starb am 18. Juni 1970 in Hamburg. Er heiratete Clara Gustine LOUISE Redicker am 17. Mai 1911 in Hamburg.

18.-25.7.1898 Harz-Tour zusammen mit seinem Vater, Carl Hermann Papendieck und Hans Ahlmann (Tagebuch vorhanden). "Klassische Abende" beim befreundeten Eilbeker Pastor v.Ruckteschell. Bester Freund Walter Rasmann, im 1.Weltkrieg gefallen. Daneben Musikstudien und erste Kompositionen.
Mit 15 J. kaufmännische Lehre bei Fa. Lütgens&Einstmann, da sein Vater vom Musikerberuf als brotloser Kunst nichts hielt.
Spielte ab Dez. 1900 bis ca. 1902 im Schäffer'schen Orchesterverein von 1890 mit
1903-1904 Kommis in Madrid bei Fa. Federico Gschwind auf Empfehlung des Nachbarjungen vom Hirschgraben, Robert Matthaei, der die Stelle vorher hatte.

Er bekam am 21. Geburtstag vom Vater 300 Mark, weil er vom 13. Jahr an nie geraucht hatte. Mit diesem Geld konnte er Musik studieren, worin sein Vater auf den Rat eines Liederkomponisten namens Krug endlich einwilligte.
1.4.1905 Aufnahme in die Meister-Schule für musikalische Komposition des Prof. Fr. Gernsheim bei der Kgl. Akademie der Künste in Berlin, leider nicht bei Dr. Max Bruch (dessen eigenhändige Postkarte an H.B. mit einer Terminvereinbarung erhalten ist), der ein "pedantisches Vorurteil gegen Autodidakten" hatte.
1908 Austritt aus der luth. Kirche; Verlobung mit Carola Hupfeld (Herbst 1908) und Lösung derselben (Eilbrief vom 23.12.1908 an Frl. C. H., im Pianomagazin des Herrn D. W. Karn, Hier 36, Gr. Theaterstr. 34).

Seit 1906 Commis, seit 5.1.1910 Gesamt-, seit 17.1.1913 Einzel- Prokurist, seit 16.1.1920 (nach Rückkehr aus Norwegen, ohne eigenes Kapital , aber mit norwegischen Geschäftsverbindungen) Mitgesellschafter bei der 1883 gegründeten Fa. Günter&Schulz [seit 1.11.1898 in der Rechtsform einer OHG (Lilienstr.36 II., ab 1923 Ballinhaus Messberghof VII.)]. Der andere Gesellschafter war (schon seit 1898) sein Onkel H.M.Oskar Michaelsen. Hermann nahm 1936 seinen Bruder Oscar als Partner in die Fa. auf.
19.2.1958 schied er zusammen mit Oscar aus der Fa. aus. Gesellschafter waren anschließend Helmut Classen (Hamburg) und Hans Thomsen (San Salvador).
Er verfasste im Juli 1968 einen "Kurzen Abriß der Entwicklung 1883-1958" der Firma.

Im Krieg (1915) war er nur garnisonsdienstfähig.
Über das erste Kriegs-Weihnachten schreibt er seinem Bruder Paul nach Griechenland:
"Ich wünsche Dir ein nicht zu trübes Weihnachtsfest. Uns allen wird ja unser guter Vater fehlen. der so große Freude daran hatte zu schenken. Else und ich werden wohl nachmittags in der Lessingstr., abends bei Redickers sein (Mutter und die Schwestern und Großmutter sind wahrscheinlich abends in der Blumenau.. Auch bei Redickers wird es aus Mangel an Mitteln trübe aussehen....
Es besteht hier für niemand ein Zweifel, dass weder die Franzosen noch vielleicht die Russen den Krieg gewollt haben, sondern so gut wie ausschließlich die Engländer. Was tief erbittert, ist, dass die Engländer fast nur andere für sich kämpfen lassen. Die 300.000 Mann Expeditionskorps sind ja kaum der Rede wert und stellen, außer die Offiziere, so ziemlich die Hefe des Volkes dar. Sie werden viele Tote haben, denn die Wut auf sie ist an der Front groß, wie auch Dr. Schulz (Sohn von Fr.Schultz in Fa.Günter&Schultz) aus Flandern meldet. Sie kämpfen infam, unsauber. Der erste Schützengraben hebt die Hände hoch zum Zeichen des Sich-Ergebens. Wenn die Deutschen kommen, um die Leute gefangenzunehmen, schießt eine zweite Hälfte in einem zweiten Graben sie nieder."

Ab Ende 1916 Hilfsschreiber beim Konsulat in Oslo, zuerst wohnhaft in einer Pension in Ljan, dann im eigenen Holzhaus in Kullebunden (Kolbotn).
Januar 1919 Konsul und Handelsrat ("Der Gesandte [Voretsch, später dt. Botschafter in Tokio], der sich zunächst geradezu feindlich gegen mich unstudierten kaufmännischen Eindringling zu stellen schien, lenkt schon erheblich ein... Mein Bericht nach Berlin hat hohes Lob bei der Kaufmannschaft gefunden, so daß das Auswärtige Amt ihn an sämtliche deutsche Gesandtschaften in Abschrift geschickt hat: so müßt ihr berichten!").
Zunächst kurz wohnhaft bei den Schwiegereltern in der Sievekingsallee19, dann 1920 eigenes Haus in der Ambergstr.1, HH-Bergedorf ("Es sieht bescheiden aus, ohne ordinär zu sein").
1922 Kauf des 1602 qm großen Grundstücks Jacobstr. (später Richthofenstr. und Duwockskamp), genannt "Guwa" (griech.: Wüstenei) und Bepflanzung mit 54 Obstbäumen, eine inflationssichere Anlage.
Er brachte die Firma mit nur 4 Angestellten (statt sonst ca. 30) durch den 2.Weltkrieg.
Komposition eines viersätzigen Streichtrios G-dur. Es wurde von Dietrich Bünemann mit zwei Freunden gespielt. Später, am 9.12.1946, wurde es in der Hasse-Aula Bergedorf vom Hamann-Trio aufgeführt.
1945/46 Komposition eines a-moll-Streichquartetts.
Er war Mitglied der örtlichen Entnzifizierungskommission.
1955 Einzug in das neue Haus Duwockskamp 12.
Ca. 1950: "Es ist meine Auffassung, daß jeder gebildete Mensch die Verpflichtung hat, vor allem in seiner Ahnentafel gut Bescheid zu wissen, dann aber mit besonderer Eindringlichkeit seinen Stammbaum zu durchforschen... Ich möchte annehmen, daß die Träger unseres Namens letzten Endes alle aus dem Dorf Bühne b.Gardelegen stammen".
Anläßlich seines 85. Geburtstages übertrug er auf seine Enkel(innen) Teile des sog. Nolteschatzes und schrieb ihnen dazu u.a.: "Es wird mich freuen und ich rechne damit, dass diese Schenkung bei Dir ein lebendiges Interesse für die auch materiellen Grundlagen unserer Existenz und derjenigen unserer Nachkommen mehr und mehr wecken wird. Auch bei mir hat (wie meine genealogischen Interessen zeigen) die Liebe zu meinen Nachkommen schon lange vor deren Existenz meiner Lebensauffassung eine entscheidende und konsequente Richtung gegeben. Ich danke sie meinen immer aufs innigste gliebten eltern und der Verehrung ihres Vorbilds, aber in reiferen Jahren auch Eurer immer mit mir sparenden und strebenden guten Großmutter, die ihr Leben schon in jungen Jahren meiner Führung in den großen Linien anvertraut und gemeinsam mit mir das aufgebaut hat, woran wir uns jetzt, wo wir bald Abschied nehmen müssen, frohen und dankbaren Herzens erfreuen: unsere große und liebevolle geschlossene Familie."
Er starb im Hamburger Krankenhaus St.Georg, bis zuletzt mit Schreiben (zuletzt z.B. Postkarte an Enkelin Heide nach Spiekeroog), Diktieren, Lesen von Börsenberichten und biografischer Literatur befasst.

Clara Gustine LOUISE Redicker [Eltern] [Bild] wurde am 6. Juli 1890 in Hamburg geboren. Sie erhielt am 26. Juli 1891 in Hamburg die Kleinkindtaufe. Sie starb am 6. März 1985 in Hamburg. Sie heiratete Karl Wilhelm HERMANN Bünemann am 17. Mai 1911 in Hamburg.

Sie wurde stets Else genannt, weil auch ihre Mutter Louise hieß und auch in ihrer Schulklasse schon zwei Louisen waren.
Sie war eine gute Turnerin und Schwimmerin.
1.4.1906 Konfirmation, dann Mädchenpensionat in Malchow, Mecklenburg.
Sprachausbildung in Französisch.
Kennenlernen ihres Mannes über ihre Freundin Käthe Gottschalk geb. Michaelsen, eine Cousine ihres Mannes.
Sie fuhr für eine Tätigkeit nach England (Southport bei Bristol), wohin ihr künftiger Mann nachreiste und um ihre Hand anhielt.
25.2.1911 Verlobung bei Crewe/England.
1922 engagierte sie als Kindermädchen eine weitläufige Verwandte, Helene Papendieck aus Kunnersdorf bei Erdmannsdorf/Sa. (auf Vermittlung von Toni Papendieck, Bremen). Sie schreibt: "Wir suchen ein kinderliebes junges Mädchen bei vollem Familienanschluß, das mich in allen Zweigen des Haushalts unterstützen will. Unsere Kinder sind 6, 4, 2 Jahre und ein Säugling. Ein Mädchen wird gehalten. Anfangsgehalt 1000 M. monatlich."
Seit 1974 bis zu ihrem Tod lebte sie in der Seniorenresidenz Augustinum in Mölln.
1975 schwamm sie noch anlässlich ihres 85.Geburtstages in Hannover-Kirchrode im Swimming-Pool ihres Sohnes Gerhard.
1980 erlitt sie einen Oberschenkelhalsbruch.

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Paul Wilhelm Hermann Bünemann wurde am 21. Oktober 1912 in Hamburg geboren. Er starb am 9. Mai 1913.
  M ii Arnd Wilhelm HERMANN Bünemann
  F iii Lebend
  F iv Edith Bünemann wurde am 9. September 1919 geboren. Sie starb am 29. Oktober 1919.
  F v Lebend
  M vi Lebend
  M vii Lebend
  M viii Lebend

Paul Friedrich Wilhelm Hermann Redicker [Eltern] [Bild] wurde am 20. Januar 1853 in Hamm geboren. Er erhielt am 17. Februar 1853 in Hamm die Kleinkindtaufe. Er starb am 9. Januar 1923 in Hamburg. Er heiratete Louise Anna Friederike Huhn am 1. November 1884 in Hamburg.

Er war selbständiger Kaufmann (Import und Verkauf von Zigarren, Tabak).
In der obersten Etage ihrer Wohnung Sievekingsallee 19 kamen Hermann und Louise Bünemann geb. Redicker nach ihrer Rückkehr aus Norwegen mit ihren Kindern Hermann und Hertha zunächst unter. Später übernahm Louises Schwester Hertha Redicker die Wohnung.
In einem Brief seines Schwiegersohns Hermann Bü. vom 16.1.1923 heißt es: "Er war in den Jahren, in denen ich ihn kannte, in seinem Geschäft fast immer von 9 bis 9 Uhr tätig..."

Louise Anna Friederike Huhn [Eltern] [Bild] wurde am 27. Oktober 1858 in Hamburg geboren. Sie erhielt am 26. Dezember 1858 in Hamburg, St.Jacobi die Kleinkindtaufe. Sie starb am 25. November 1922 in Hamburg. Sie heiratete Paul Friedrich Wilhelm Hermann Redicker am 1. November 1884 in Hamburg.

Sie war nach dem Zeugnis ihres Enkels Hermann jun. etwas depressiv und liegt begraben in Hamburg-Ohlsdorf "auf Redickers hübschem Familiengrabplatz" (Hermann Bünemann sen.).

Sie hatten die folgenden Kinder:

  F i Clara Gustine LOUISE Redicker
  F ii Paula Redicker [Bild] wurde am 3. Januar 1888 in Hamburg geboren. Sie starb am 28. August 1988 in Hamburg.

Sie besuchte zunächst die Klosterschule, dann mehrere Jahre das Bergedorfer Internat für Minderbegabte.
Zeitweise war sie tätig im Siechenhaus Bethesda in Kirchrode b.Hannover.
  F iii Hertha Ida Emilie Redicker
  M iv Hans Redicker

Ernst Wilhelm HERMANN Bünemann [Eltern] [Bild] wurde am 7. Juni 1850 in Bremen geboren. Er erhielt am 1. September 1850 in Bremen die Kleinkindtaufe. Er starb am 11. Oktober 1914 in Hamburg. Er heiratete Elisabeth Friederike Michaelsen am 22. Dezember 1879 in Havana (deutsches Konsulat).

Er schätzte seine Stiefmutter Wille stets ungewöhnlich hoch. Sie vermittelte oft gegenüber dem Vater ("Vater und Sohn waren wie zwei harte Mühlsteine. Die mahlen nicht gut miteinander.").
Nach "Elementarschule von Frl. Hartmann" und "Vorschule" ging er zur Handelsschule (lat,. franz., engl., span.).
Ab März 1866 (Konfirmation) war er für ein Jahr im Kanton Waadt in Pension. Dann Lehre in der Bremer Fa. Reinh. Bädeker, Langenstraße 22.
Er schiffte sich am 8.3.1870 ein und betrieb 1870-1884 in La Habana (Cuba) Zigarrenexport. Anschließend lebte er in Hamburg Hirschgraben 44.

1903 schaffte er anstatt des Stapel-Pianos einen Blüthner-Flügel an.

Er schreibt am 15.4.1914:
"Paul wurde 1907, Oscar 1908 militairfrei und beide erhielten für nicht in Kraft getretenen Militairdienst von der Militairversicherungsanstalt in Hannover die bezahlten Prämiengelder zuzüglich Dividende....
Ich glaube nicht, dassHermine bei ihrer Gesangsausbildung bleibt, ebensowenig wie Anna und Hermann bei ihrer musikausbildung geblieben sind."

Brief am 26.4.1914 an Sohn Paul:
"Mein Geschäft habe ich schon vor Jahren meinem treuen Mitarbeiter H.Mellmann vermacht. Du kennst seine Ehrenhaftigkeit und Sparsamkeit."
"Ich will nicht, daß meine Kinder vor mir zittern" (d.h., wie er damals vor seinem Vater).
Er hatte bestimmt: "Nachdem Herr Pastor v. Ruckteschell gestorben ist, wünsche ich nicht, dass ein Prediger bei meiner Einäscherung spricht".
Er hatte eine gute tiefe Baßstimme (bis C), spielte etwas Klavier.

Brief am 28.4.1899 aus Las Palmas (Gran Canaria), Hotel Sta. Catalina, an seinen ältesten Sohn Hermann (geb. 1883):
Mein lieber Hermann,
Du schreibst mir so fleißig, daß ich Dir wohl auch mal einen Brief senden muß. Ich danke für die mir gesandten Photographien, die ich anhand Deiner Beschreibung recht gut erkennen konnte. Und weisen dieselben schon einen entschiedenen Fortschritt auf. Sehr schade ist alledings, daß Pauls Oberkörper auf der Leiter nicht zu erkennen ist. Und würde ich an Eurer Stelle gleich diese Platte ad acta gelegt haben, um wenigstens das Cellophan[?]papier zu sparen, und eine neue gleiche Aufnahme, worauf Hermine und Paul einige Stufen niedriger als Kleeblatt mehr in der Mitte des Bildes, gemacht haben. Das Bild von Anna ist recht gut geworden.
Sehr interessiert hat es mich zu lesen, was Du über Deinen sog. Stift schreibst. Und bin ich bei Dir nicht bange, daß Du Dich von ihm überholen lassen wirst, rate Dir aber nochmals, Deine freie Zeit mit Durchlesen der Correspondenzen etc. und eventueller Abschrift von Dir besonders schneidig erscheinenden Stellen und Redewendungen auszufüllen und Dir möglichst auch Warenkenntnisse anzueignen. Um dies zu verreichen, mußt Du Dich auf Deinen bezüglichen Vorgetzten gut stehen! Beides kommt Dir sehr zu Nutzen. Desgleichen, wenn Du zu Hause Deine freie Zeit mit Lesen guter inhaltsreicher Bücher verbringst, denn, je älter Du wirst, mein Junge, desto mehr wird von Dir verlangt.
Nächsten Winter mußt Du doch tanzen lernen oder turnen, was Dir sehr guttun würde.
Apropos: übt Ihr Euch wohl einmal unter Pauls Anleitung mit m. Keulen? Ich brachte dieselben zu diesem Zweck nach Hause. Ihr dürft sie aber nicht kaputtmachen oder herumliegen lassen. Sie kosten, glaube ich, M 4,50. Müßt sie mir gut wieder abliefern.
Um nun auf das Spanische zu kommen, so wirst Du in den Stunden hauptsächlich die Grammatik etc. lernen und es schwerlich dahin bringen zu sprechen, obschon ich Dir selbstverständlich gerne dabei behilflich sein werde. Das lernt sich später im Lande am besten. Dies Land [Gran Canaria] dürfte sich wohl zur Erlernung von Sprachkenntnissen eignen, denn es wird hier beinahe so viel Englisch wie Spanisch gesprochen. Ählich so ist es in Madeira, wo statt Spanisch Portugiesisch die Hauptsprache ist. Denn auch dort sind stets furchtbar viele Engländer. Zur Erlernung der Grammatik genügt ein halbes Jahr. Im Winter können cwir weiter üben und es so weit bringen, daß Du Dich notdürftig bei Deiner Ankunft verständlich machen kannst. Im Handlungs- und Commis-Verein kannst Du später sehr gute Stunden mit Sprachunterricht nehmen.
Wetter ist hier herrlich! Ich weiß gar nicht mehr, was Regen ist. Du kannst Dir daher den Staub und Sand und die Felsgegend hier vorstellen. Vom nächsten Jahr ab soll die hiesige sandige staubige Straße am Meer regelmäßig gesprengt werden. Dann soll auch die protzige[?] Dampfbahn (Tramway) electrisch fahren. In ca. 1 Monat soll auch Las Palmas electrisch beleuchtet werden.
Das hiesige Hauptgeschäft sind Kohlen. Für die vielen Dampfer existieren 3-4 große Coaling Import Compagnies. Der Export besteht in allererster Linie in Bananas, dann in Tomatoes, Kartoffeln, Zwiebeln (letztere beibe noch mehr von La Palma und Lanzarote), auch Zucker, Getreide und viel Weinbau.
Damit Ihr nun die hiesigen Bananen mal kennenlernt, sandte ich Euch durch gütige Vermittlung eine Original Exportkiste Bananen und extrafeinen Muscatellerwein. Laßt Euch Erstere gut schmecken, sendet auch Anna und Onkel Oscar und Otto davon und laßt Letzteren intact stehen. Bei meiner Rückkehr wollen wir ihn auf Flaschen ziehen.....

Elisabeth Friederike Michaelsen [Eltern] [Bild] wurde am 26. November 1852 in Hamburg geboren. Sie starb am 8. Dezember 1926 in Hamburg. Sie heiratete Ernst Wilhelm HERMANN Bünemann am 22. Dezember 1879 in Havana (deutsches Konsulat).

Sie war Lehrerin, sang und spielte gut Klavier (zB. Beethoven op.57 und 27/2, Weber: Polacca brillante).
Sie hatte ihren Bräutigam in Havanna durch ihren Bruder Wilhelm kennengelernt. Sie nahm die drei Kinder Wilhelms nach dem Tod von dessen Frau mit nach Hamburg und kümmerte sich um sie im Haus ihrer Mutter.
Sie war, da aus einfachem Lehrerhaus, ihrem Schwiegervater zunächst nicht genehm;
deshalb:
während der Bräutigam noch in Havanna war, stellte sie sich aus eigenem Entschluss -erfolgreich- dem künftigen Schwiegervater vor, der an sich eine "bessere Partie" für den Sohn plante, anschließend sie aber spontan als Besuch dabehielt ("Wir wollen noch ein bischen Staat mit ihr machen").
Nach einer lebensgefährlichen Schiffsreise von Southampton nach New York (mit Endziel Havanna zu ihrem Mann) schreibt sie am 9.12.1881 an ihre Mutter:
"Ich muß der Vorsehung danken, die uns schließlich nach langen schweren Kämpfen ans sichere Land geführt hat. Wir haben alle verschiedene Male nicht geglaubt, daß wir errettet würden, und waren bereit zu sterben. Seit Menschengednken, sagt der Captain, ist keine solch hohe See gewesen. Sieben Tage und Nächte sind wir von Licht und Luft abgeschlossen gewesen, ohne Schlaf, außer der uns im Sitzen für ein paar Minuten überwältigte. Klein-Anna behielt vom 22. bis zum 28. November fast nichts bei sich. Am 26. hatte der Sturm seinen Höhepunkt, ja, war das ein Geburtstag! Um 5 Uhr schlug eine Riesenwelle 3 Boote weg und den Decksalon kaputt. Meine kleine Anna konnte ich mit Mühe aufheben. Und da schwammen wir, des Augenblicks harrend, der uns den Garaus machen würde. Wir hörten die Wellen zu uns herunter kommen mit einer Macht, als bräche das Schiff auseinander."
"Am 7.Dez. noch vor der Ankunft in New York kam Hermann mit dem Postdampfer entgegen und kam per Strickleiter an Bord."
In der Zeitung am 8.12. stand: "The Neckar of the North German Lloyds line came into her dock at Hoboken yesterday with her upper deck littered with wreckage in every direction. She had six boats smashed up and carried away, and the fractured davits, twisted iron rails and splintered woodwork of the guards showed how great must have been the force of the seas. Thr saloon was flooded to the depth of a few inches. Th crew was more or less cut and bruised."
Am 26.8.1893 schreibt sie ihrem in Bad Kissingen (wegen Nasenproblemen, "Nikotinvergiftung" usw.) weilenden Mann: "Ich habe ein Kindermädchen gemietet und zwar die Tochter unseres Laternen-Anzünders. Sie ist erst 16 Jahre alt.... Du solltet lieber für meine Kasse sorgen. Es sieht ja fast aus, als sei ich eine Verschwenderin und müsste knapp gehalten werden. Weise gefälligst Oscar an, mir alles zu geben, was ich bedarf. Du bist doch gerade nicht so sparsam dort in Kissingen!"

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Karl Wilhelm HERMANN Bünemann
  F ii Anna Henriette Bünemann [Bild] wurde am 22. Dezember 1880 geboren.

Sie spielte sehr gut Klavier (z.B. Beethovens Hammerklaviersonate op. 106).

Bruder Hermann schreibt am 8.11.1914:
"Wie gern möchte ich den Schwestern helfen. Aber sie wissen selbst nicht, was sie für eine "Plage" sind, wollen es auch nicht wissen. Meine und Oscars Sorge ist auch, dass Mutter es neben den Schwestern so schwer hat. Mutter wird von ihnen tyrannisiert. Diese Sorge teilen wir mit Großmutter. Früher hatte sie noch einer mehr: unser guter Vater....
Wenn Mädchen aus anderen Ständen ihre Berufsvorbereitungen so betreiben wie meine Schwestern, so nennt man das einen Skandal. Nur der Rückhalt wohlhabender Eltern erlaubt es Anna und Hermine, ohne ein solches Urteil zu bleiben.
Ich meine, dass, nachdem die ihnen gelassene Selbständigkeit zu so miserablen Ergegnissen geführt hat (denk z.B. an das jahrelange elende und zugleich dumme Verhältnis Annas zu dem Filou Dr.Brückner, das jetzt glücklich, nicht durch Annas Initiative sondern sehr gegen ihre Absichten, geklärt und gebrochen ist), nur eine Straffhaltung von erfolg sein kann."

Brief ihres Bruders Hermann an die gemeinsame Mutter vom Februar 1923:
"Anna hat zum ersten März jetzt endlich eine Stelle, allerdings sehr schlecht bezahlt, anfangs 80.000 M [sic!] monatlich, Arbeitszeit ungefähr 9-1 und 4-7 1/2, abends oft länger. Große Baumwollfirma in Bremen. Es hat also den Anschein, als ob sie die Sorge um Dich Hermine allein überläßt. Hermine ist von beiden die weniger egoistische."

Sie baute sich in Bremen, Arnold-Böcklin-Str.4, ein kleines Haus. In den 30er Jahren fuhr sie einen Fiat-Topolino, in den 50er Jahren einen Messerschmidt-Kabinenroller (Fotos vorhanden).
  M iii Paul Otto Bünemann
  M iv August OSCAR Bünemann
  M v Ernst Gustav Bünemann wurde 1886 geboren. Er starb am 17. Juli 1887.
  F vi Hermine Ellen Bünemann [Bild] wurde am 1. September 1888 geboren.

"Hermine ist nicht so unruhig und egoistisch wie Anna und hat mehr Gemüt" (ihr Bruder Hermann 1923).
Sie war Gesangslehrerin.
  F vii Elisabeth Margarethe Bünemann wurde am 24. April 1890 geboren. Sie starb am 7. Oktober 1897.

Gustav Wilhelm Michaelsen [Eltern] [Bild] wurde am 19. Januar 1815 in Hamburg geboren. Er starb am 13. Oktober 1873 in Hamburg. Er heiratete Henriette Wilhelmine Roesing am 4. Juni 1843 in Bremen.

Sein Vater arbeitete für den Schullehrer Buthmann, bei dem sich Gustav nach seiner Konfirmation zum Lehrer bildete.
Abschriften seiner Briefe an seinen im Ausland weilenden Bruder Fritz von 1835-1839 sind erhalten, mit vielen nützlichen und kulturellen Hinweisen.
Fritz schreibt in seiner für seinen Sohn Rudolf erstellten Genealogie :
"Mein Bruder Gustav konnte seine Hände gar nicht gebrauchen, deshalb wurde er Lehrer. Es war ihm z.B. beim Lesen einerlei, wie er das Buch vor sich hatte, über Kopf oder seitwärts, er las gleich schlank weg. Er mußte also Schulmeister werden, zum Handwerker taugte er nicht..... Nachdem er einige Jahre bei hiesigen Schullehrern als Gehilfe gewesen, etablierte er sich und übernahm eine Mädchenschule", die er 1857 "gegen Vergütung einer Dame übergab."
Übernahme einer Schule in Christiania/Norwegen (dort auch Präsident des dt. Clubs Germania), die er 1863 verkaufte.
Dann Übernahme einer Knabenschule in Hamburg, die er bis zu seinem Tode leitete.
Ein Trauergedicht anläßlich seines Todes beginnt so:
"Ein Biedermann ist vor uns heimgegangen,
ein Lehrer immer treu in Wort und Tat ,
dem aus der tiefsten Brust die Lehren klangen,
der stets der Jugend streute gute Saat...."

Henriette Wilhelmine Roesing [Eltern] [Bild] wurde am 30. November 1819 in Bremen geboren. Sie starb am 2. Oktober 1916 in Hamburg. Sie heiratete Gustav Wilhelm Michaelsen am 4. Juni 1843 in Bremen.

Sie schreibt am 5.9.1878 an ihren künftigen Schwiegersohn Hermann Bünemann:
"Muß ich mich von meiner Elisabeth trennen, so sind gerade Sie der Mann ,dem ich sie am liebsten anvertraue, da ich fest überzeugt bin, zwei gute Menschen glücklich zu machen... Und so möchte ich auch Sie als meinen lieben fünften Sohn betrachten. Laß nun künftig das vertrauliche Du zwischen uns walten, wie es bei Mutter und Sohn Sitte ist. Du versprichst mir in Deinem Briefe, ein treuer, gehorsamer Sohn sein zu wollen. Ersteres glaube ich gewiß, das letztere will ich lieber nicht beanspruchen... Möge der Himmel Euch segnen, daß Ihr nicht gezwungen seid, zu lange in diesem abscheulichen Havanna zu bleiben!"

Sie hatte insgesamt 8 Kinder, 2 Mädchen und 6 Jungen; 3 starben als Kleinkinder.

Auf dem Foto des 91. Geburtstages (1910) im Esszimmer E.W.H. Bünemanns:
Stehend: Hermann Athen, Dr.Karl Otto, Walther Michaelsen,Emma Otto geb. Mich., Herm.Bünemann jr., Gustav Mihaelsen, Emma geb. Heggblom, Gertud Athen geb. Michaelsen, Käthe Mich., ....? , Martha Mich., Oscar Bü., Elisabeth geb. Hüffmeier, Olga Hinck(?), Anna Bü., Louise Heggblom, Otto Mich.jr.,
Sitzend: Otto Mich.sr., Elisabeth Bü. geb. Mich., Oscar Mich., ...Heggblom geb. Dose, Henriette Mich. geb. Roesing, Frieda Mich. geb. Mich., E.W.Herm.Bünemann

Sie hatten die folgenden Kinder:

  F i Elisabeth Friederike Michaelsen
  M ii Georg Wilhelm Michaelsen
  M iii Anton Friedrich Otto Michaelsen
  M iv Johann ROBERT Michaelsen
  M v Heinrich Martin OSCAR Michaelsen

Heinrich Friedrich.Wilhelm HERMANN Bünemann [Eltern] [Bild] wurde am 21. September 1814 in Goslar geboren. Er starb am 23. Oktober 1882 in Bremen. Er heiratete Anna Regina Nolte am 8. Februar 1845 in Bremen.

Weitere Eheschließungen:
Rauschenberg, Johanne Magdalene
Wille, "Auguste" Amoene Marie Caroline

Er kam nach der Konfirmation 1829 zu seinem Schwager Soltenborn (bedeutendes Kolonialwaren- und Branntweingeschäft) nach Hildesheim für 5 J. in die Lehre, wo er aber meist Tagelöhnerarbeit verrichten mußte. Er soll deshalb aus der Lehre nach Bremen "entlaufen" sein.
Er war zunächst in Bremen in zwei Weinhandlungen tätig, wurde dann Reisender (Süddeutschland, Levante, Italien) u.a. in Sachen Bleistifte (Fa.Faber).
1.1.1845 trat er in die Fa. Nolte ein und heiratete einen Monat später die Tochter des Inhabers.
Er bereiste auf einem Schiff seines Schwiegervaters Nolte (Fa. J.W.Nolte&Sohn) als Supercargo, d.h. Warenein- und -verkäufer, Reiseplaner etc. 10 J. lang Norwegen, verkaufte Tabak, kaufte Tran, den er wieder in Bremen verkaufte. Im Juni 1848 schied er aus dem Geschäft aus.
Er wohnte in Bremen Contrescarpe 171.
1850-1866 Fa. Bünemann & Fischer Tabak Im- und Export. Sein Teilhaber war Theodor Fischer. Anschließend Auflösung und Gründung von Fischer&Co. und Wille & Co.
1866-1878 war er stiller Teilhaber von Fa. Wille&Co. Tabak Im- und Export.
Er gab auch den Anstoß zur Stuhlrohrfabrik Anton Papendieck, die dann sein Schwiegersohn C.C.Papendieck leitete.
Er hatte einen feinen Geschmack für Weine, Zigarren und Tee.
Von ihm sind u.a. eine kurze Lebensbeschreibung und Briefe nach Goslar betr. die Hinterlassenschaft seines Vaters und den Erbantritt erhalten.
Sein Vermögen betrug vor 1878 nahezu 1 Mill.M. Er hinterließ ca. 900.000 M., hatte 1878 bei Wille&Co. 300.000 M. eingebüßt.
Sein Sohn Hermann fürchtete den unnahbaren Vater eher, als daß er ihn liebte; die Kinder wurden sehr streng gehalten; zB. gab es Kompott nur für die Erwachsenen. Die Stiefmutter Wille war immer das vermittelnde Element.
Er war nacheinander verheiratet mit:
1. A.R.Nolte
2. I.M.Rauschenberg (Nach ihrem Tod führte1859/60 Hermine Soltenborn den Haushalt, die bei den Kindern Hermann und Hermine wenig beliebte "Pampuschen-Tante")
3. A.M.C.A. Wille (mit H.Bü. zusammen "das stattlichste Paar Bremens", er ca 185 cm, sie ca. 180 cm groß).

Anna Regina Nolte [Eltern] wurde am 25. Februar 1809 in Bremen geboren. Sie starb am 19. September 1855 in Bremen. Sie heiratete Heinrich Friedrich.Wilhelm HERMANN Bünemann am 8. Februar 1845 in Bremen.

Sie starb nach der Geburt ihres 5. Kindes an Schwindsucht und soll "ein Engel an Güte" gewesen sein.

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Ernst Wilhelm HERMANN Bünemann
  F ii Hermine Anna Johanne Bünemann
  F iii Marie Anna Wilhelmine Bünemann wurde am 29. Dezember 1845 geboren. Sie starb am 20. April 1855.
  F iv Johanne Wilhelmine Bünemann wurde am 14. August 1847 geboren. Sie starb am 25. November 1851.
  M v Carl Wilhelm August Bünemann wurde am 1. August 1855 geboren. Er starb am 24. Oktober 1855.

Gerhard Ernst Wilhelm Bünemann [Eltern] wurde am 13. Juli 1783 in Beber (Süntel) geboren. Er starb am 23. Januar 1858 in Bremen. Er heiratete Marie Christiane (gen.Mariane) Hirsch geb. Deppe am 12. Dezember 1813 in Goslar.

Er war Goldschmied in Goslar (Schuhof) ab 1813.
Vorher 7J. harte Lehrzeit in Rinteln.
Sein Meisterstück war ein "Flohhäuschen".
Erhalten war von ihm (1948 bei Fr. Elsbeth Soltenborn, Hildesheim) auch eine Zuckerschale: "eine korbförmige silben Schale mit Glaseinsatz auf 4 geschwungenen Füßen, ein fast filigran durchbrochener Bügel ist mit kleinen Rosetten an einem silbernen Rand befestigt. 4 schildartige Platten, die nach den Jahreszeiten die Feldarbeiten darstellen, sind zwischen kleinen Schildern und 2 Silberrändern eigefügt. Die Gestalten sind antikisierend nackt. Das wirkt drollig, denn Hintergrund ist ein Niedersachsenhaus."
Er heiratete in das Geschäft der Witwe Marie Hirsch geb. Deppe ein, die er durch Empfehlung eines Rintelner Kollegen kennengelernt hatte.
Nach dem Tod seiner Frau 1845 "lebte ich nun in meiner Einsamkeit das Geschäft ferner treibend fort und hatte meinen Haushalt führend die 2.Tochter von der Soltenborn namens Othilde zu mir genommen." Als die auch starb, verkaufte er das Geschäft 1848.
Er zog erst zum Schwiegersohn Volckmar, dann am 29.7.1854 zu Sohn Hermann nach Bremen, Contrescarpe 171.
Dort spielte er gern mit Sohn und Schwiegertochter Whist.
Seine eigenhändige Lebensbeschreibung ist erhalten geblieben, ebenso ein großes Ölporträt (Signum "Brockmann 1845").

Marie Christiane (gen.Mariane) Hirsch geb. Deppe [Eltern] wurde am 24. April 1778 in Lerbach (Harz) geboren. Sie starb am 17. Juni 1845 in Goslar. Sie heiratete Gerhard Ernst Wilhelm Bünemann am 12. Dezember 1813 in Goslar.

Weitere Eheschließungen:
Hirsch,

Sie hatte aus 1.Ehe vier Kinder:
- Fr. Carl, 1799 - 1833, Kfm. in Harzburg.
- Doris 1801-1839, heiratete Deichconducteur Halfeld, wanderte mit ihm "heimlich" nach Brasilien aus.
- Minna geb. 1802, heiratete Conrector Volckmar in Goslar.
- Gottfriede geb.1804, verh. mit Kaufmann Soltenborn in Hildesheim.

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Heinrich Friedrich.Wilhelm HERMANN Bünemann
  F ii Lotte Bünemann wurde nach 1814 geboren.

Friedrich Wilhelm Bünemann [Eltern] wurde am 22. August 1736 in Minden geboren. Er starb am 3. Januar 1809 in Münder (Deister). Er heiratete Christine Dorothea Elisabeth Schaer geb. Soltenborn am 24. September 1782 in Lachem b. Hemeringen.

Seit 17.10.1773 Pastor in St.Magni zu Beber (Süntel) und in Personalunion Holzgraf (eine quasi richterliche Funktion). Als solcher führte und gewann er einen 1776-92 dauernden Prozeß gegen den Oberamtmann Bansen zu Lauenau.
1775 führte er bereits einen Prozeß (vertreten durch seinen Bruder in Hannover, der "Procurator und Advocat" und Notar war) gegen Ilse Marie Eleonore Stammen, "die verschiedentlich allhier vorgegeben, daß sie von Provocanten geschwängert worden sei.... Provocant habe sich etwa 7 Wochen vor Michaelis zum ersten Male fleischlich mit ihr vermischt, wovon sie wirklich schwanger geworden. Sie wäre darauf etwa fünf Wochen vor Michaelis aus Provocantens Dienst gegangen." Er obsiegte mittels eines Eides.
Anschließend verklagte er erfolgreich zwei seiner Gemeindeglieder, die gesagt haben sollten: "Wie willt keenen Pastor hebben, de enen falschen Eid swaren hett". Und gegen eine gewisse Cruse erwirkte er wegen übler Nachrede "3 Tage am Strafpfahl". Es gab deshalb Unruhe in der Gemeinde und eine Visitation durch den Superintendent in Münder.

Er wurde 16.5.1793 amtsenthoben, weil er mit des Küsters Frau [Lehrer und Küster war 1767-1810 Justus Christoph Gastmann] "unerlaubten Umgang gehabt" hatte. Feindschaft hatte es schon lange vorher zwischen Pastor und Lehrer gegeben. Gastmann verstand sich auch mit seinem eigenen Sohn und mit seiner zum Sohn haltenden Frau nicht.

Umzug nach Springe, dann nach Münder (wohl zur Schwester).

Christine Dorothea Elisabeth Schaer geb. Soltenborn [Eltern] wurde am 23. Dezember 1744 in Neustadt am Rübenberge geboren. Sie starb am 15. November 1836 in Goslar. Sie heiratete Friedrich Wilhelm Bünemann am 24. September 1782 in Lachem b. Hemeringen.

Weitere Eheschließungen:
Schaer, Johann Anton

Zunächst war sie mit Pastor Schaer zu Lachem (gest.1781?) verheiratet.
Sie lebte zuletzt in Goslar bei ihrem Sohn, die letzten 6 J. gelähmt und von ihm aufopferungsvoll betreut.

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Gerhard Ernst Wilhelm Bünemann
  F ii Charlotte Bünemann wurde nach 1783 geboren.
  M iii Luis Bünemann wurde nach 1783 geboren.

Ludolph Johann Bünemann [Eltern] wurde am 24. Juni 1687 in Calbe a.d.Milde geboren. Er erhielt am 26. Juni 1687 die Kleinkindtaufe. Er starb am 1. Juli 1759 in Hannover. Er heiratete Sabine Euphrosine Gängelbach im Mai 1713 in Gera.

Erster Unterricht bei Kantor Balhorn und Prediger Bindemann.
Er war mit 13 Jahren Vollwaise.
3 Jahre Stadtschule Salzwedel, 1/2 Jahr Altstadtgymnasium Magdeburg.
Studierte ab 1706 in Halle.
Lehrte dann in Halle am Pädagogium.
Freund August Hermann Franckes (geb. 1663 in Lübeck), der Pate seines Sohnes Aug. Rudolph Jesaias war und bei der Taufe die noch heute erhaltene Familienbibel überreichte.
1712-1739 Rektor in Minden, außerdem erster Bibliothekar der dortigen neuen Regierungsbibliothek mit ca.100 Titeln (Seine Schrift "De bibliothecis Mindensibus antiquis et novis" ).
1739-1759 Gymnasialdirektor in Hannover (Altstädter Lyceum).
1751 verlieh ihm die philosophische Fakultät der Universität in Rinteln "ohne sein Zutun" die Doktorwürde. Auch wurde er Ehrenmitglied der lateinischen Gesellschaft zu Jena. Er hatte eine Privatbibliothek von 8000 Bänden, die er schon 1732 wieder verkaufen mußte, um seine sechs studierende Söhne zu unterhalten.
Gerhard Bünemann (Hannover-Kirchrode) besitzt eine von ihm ("Reg.Bibl. et Gymn.Hannov.Director") herausgegebene 1745 in Leipzig gedruckte lateinische Bibel.

Sabine Euphrosine Gängelbach wurde am 26. Juli 1697 in Gera geboren. Sie heiratete Ludolph Johann Bünemann im Mai 1713 in Gera.

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Friedrich Wilhelm Bünemann
  M ii August Rudolph Jesaias Bünemann
  M iii Carl Christoph Bünemann
  M iv Friedrich Gerhard Bünemann [Bild] wurde 1726 in Minden geboren. Er starb am 9. Januar 1784 in Sülfeld b.Fallersleben.

Ab 15.2.1760 Pastor in Sülfeld b.Fallersleben.
  F v Lucie Charlotte Bünemann wurde am 8. Februar 1728 in Minden geboren. Sie starb am 29. November 1802 in Münder.

Sie war unverheiratet und nahm ihren Bruder F.W.Bü. nach dessen disziplinarische Entlassung bei sich in Münder auf .
  M vi Johann Ludolph Bünemann.

Arzt in Hannover, starb in Ricklingen.
  M vii Gottlieb Gerhard Bünemann.

Advokat und Notar in Hannover.
  F viii Agnes Bünemann.

Sie war mit dem Kaufmann Dreier in Wolfenbüttel verheiratet.
  F ix Louise Bünemann.

Jacobus Arnoldus Bünemann [Eltern] wurde am 16. Februar 1649 in Salzwedel geboren. Er starb am 15. August 1700 in Calbe. Er heiratete Margarethe Krause am 9. Juni 1685.

Licentiat, Steuereinnehmer ("Acciseeinnehmer") in Calbe
Er heiratete die Tochter des dortigen Bürgermeisters und hatte 7 Kinder.
Er führte als Erster das Bünemannsche Familienwappen in einem Siegelring, und zwar den Pelikan, der mit eigenem Blut seine Jungen tränkt.
Er starb an Typhus, wie seine Frau und deren Schwester einige Wochen zuvor.

Margarethe Krause starb am 25. Juli 1700. Sie heiratete Jacobus Arnoldus Bünemann am 9. Juni 1685.

Bürgermeisterstochter aus Calbe

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Ludolph Johann Bünemann
  M ii Joachim Ludolph Bünemann
  M iii Christoph Heinrich Bünemann

Johannes Bünemann [Eltern] wurde am 8. Mai 1610 in Seehausen/Altmark geboren. Er erhielt am 11. Mai 1610 in Seehausen die Kleinkindtaufe. Er starb am 9. März 1658 in Salzwedel. Er heiratete Elisabeth Gräfenthal am 21. November 1643 in Braunschweig.

Er war mit 6 J. Waise.
Wurde von Rektor Neubauer erzogen, mit dem er nach Tangermünde verzog (bis zum 15.Lebensjahr).
Dann 2 Jahre Schule in Salzwedel.
1627 Gymnasium in Freiberg/Sa.
1629 Universität Frankfurt/O.
Er erlebte dort am 13.4.1631 die Einnahme und dreistündige Plünderung Frankfurts durch die Schweden unter Gustav Adolf.
1632 Konrektor in Küstrin.
1635 Magister(Pastor) in Fürstenberg/O., überstand dort mehrmalige Plünderungen.
2.7.1640-1658 Superintendent in Salzwedel.
Lateinische , griechische und deutsche Glückwünsche und Gedichte (gedruckt) zur Hochzeit 1643 von Amtsbrüdern und Freunden aus Salzwedel, Braunschweig und Wittenberg sind in der Wolfenbüttler Bibliothek erhalten.
Bei der Kirchenvisitation 1646 wurde ihm vom reformierten Landesherrn die ungestörte Ausübung der Augsburgischen Konfession zugesichert.
Am 6.11.1650 hielt er die Friedenspredigt.
Sein Porträt hängt in St. Marien zu Salzwedel.
Er hatte insgesamt 4 Söhne und 3 Töchter.

Elisabeth Gräfenthal [Eltern].Elisabeth heiratete Johannes Bünemann am 21. November 1643 in Braunschweig.

Vor ihrer Eheschließung wohnte sie bei ihrem Stiefvater Dr.theol. Jacob Weller in Braunschweig, wo dieser damals Superintendent war.

Sie hatten die folgenden Kinder:

  M i Jacobus Arnoldus Bünemann

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